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Brandschutz in Wohnräumen



16.03.2015

Nach Informationen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. sterben in Deutschland circa 600 Menschen pro Jahr an Bränden – die meisten davon im privaten Haushalt und nachts. In der Regel hat nicht der Brand selbst, sondern der Rauch tödliche Folgen. Denn schlafend nehmen wir die giftigen Gase nicht wahr. Geeignete Brandschutzmaßnahmen und Rauchmelder können Gefahren vorbeugen.


Gefährlich ist vor allem der Brandrauch

Erfahrungsberichte von Feuerwehr und Medizinern besagen, dass die größte Gefahr bei Bränden von dem dabei entstehenden, giftigen Rauch ausgeht. Fatal ist, wenn der Brand ausbricht, während wir schlafen: Im Schlaf können wir den lebensgefährlichen Brandrauch nicht riechen. Bereits drei Atemzüge können aber tödlich sein. Wir werden bewusstlos und ersticken.

In der Wohnung angebrachte Rauchmelder würden die Gefahren erheblich mindern. Allerdings sind in Deutschland weniger als zehn Prozent aller Haushalte mit Rauchmeldern ausgestattet. Während im Ausland die Installation oft gesetzlich vorgeschrieben ist, gibt es eine solche Regelung erst in sechs deutschen Bundesländern - zum Teil mit Übergangsfristen auch für Bestandsbauten.

Flammschutzmittel sind keine Lösung

Die ACFSE (Alliance for Consumer Fire Safety in Europe), eine Verbraucherorganisation für Brandschutz, fordert, Möbelstoffe mit Flammschutzchemikalien zu behandeln, um Wohnungsbränden vorzubeugen.

Flammschutzmittel sind allerdings keine geeignete Lösung. Sie werden als gesundheitlich bedenklich eingestuft und stehen sogar im Verdacht, krebserregend zu sein. Deshalb dürfen sie in Deutschland von keinem Textilausrüster mehr aufgebracht werden. Deutsche Heimtextilien-Hersteller empfehlen vielmehr Rauchmelder, um Brandgefahren zu begegnen. Als Alternative zu Flammschutzmitteln bieten sich zudem heimtextile Stoffe mit eingearbeiteten flammhemmenden Fasern oder aus Wolle an. Hierdurch ist - auch ohne Einsatz gesundheitlich bedenklicher Chemikalien - ein dauerhafter Flammschutz gegeben. Fasermaterialien mit flammhemmenden Eigenschaften werden von unabhängigen Instituten kontrolliert und nur zugelassen, wenn sie für die menschliche Gesundheit unschädlich sind.

Auch das Umweltbundesamt (UBA) steht Flammschutzmitteln kritisch gegenüber. Insbesondere die bromierten Flammschutzmittel könnten sich in der Umwelt verbreiten und anreichern. So seien die – in Textilien verwendeten – Flammschutzmittel Decabromdiphenylether (DecaBDE) und Hexabromcyclododecan (HBCD) beispielsweise in Fischen, Vogeleiern und auch in der Muttermilch nachweisbar. „Chemikalien, die sich in Mensch oder Tier anreichern, gehören nicht in die Umwelt“, erklärt Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), in einer aktuellen Pressemitteilung.

So können Sie Wohnungsbrände verhindern

Neben Rauchmeldern und flammhemmenden Fasern in Heimtextilien können geeignete Brandschutzmaßnahmen Feuergefahren vorbeugen. Folgende Aspekte sollten Sie stets beachten:

Offenes Feuer niemals ohne Aufsicht lassen

Kerzen nur entfernt von brennbaren Gegenständen wie Regalen und Gardinen sowie nicht in unmittelbarer
Nähe zu elektrischen Geräten aufstellen

Betriebsbereite Elektrogeräte wie Bügeleisen, Herd oder Kaffeemaschine im Auge behalten

Kerzen, Feuerzeuge, Streichhölzer, Wunderkerzen etc. nicht in Reichweite von Kindern aufbewahren

Leuchten und Glühbirnen nicht mit Tüchern abdecken

möglichst Energiesparleuchten einsetzen – von diesen geht keine direkte Brandgefahr aus!

brennendes Fett nie mit Wasser löschen, sondern mit einem Metalldeckel oder einer Wolldecke ersticken

nicht im Bett rauchen

Brandschutzerziehung kann Leben retten

Quelle: www.zvr-info.de (heimtex.de)
Bild: MEV Verlag GmbH