Im Auto tierisch gut unterwegs



12.02.2018

Das Kind ist angeschnallt, das Surfbrett aufs Dach verbannt, das Navi programmiert. Auto und Familie sind startklar, wäre da nicht dieses vertraute Knurren. Hund Charly springt in den Kofferraum. Noch mal Glück gehabt. Boarding completed.


Nicht alle Urlaubsstarts beginnen so glimpflich.  Rund 70 000 Haustiere werden jährlich in den Sommermonaten in den Tierheimen des Deutschen Tierschutzbundes abgegeben. „Bei Hunden und Katzen steht die Urlaubszeit als Hauptursache im Vordergrund“, erklärt Lisa Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund.

Aber auch bei der Reisevorbereitung und während des Transportes handeln Haustierbesitzer oft unüberlegt.  Lisa Schmitz: „Schon beim Kauf sollten sich die künftigen Tierbesitzer im Klaren sein: Darf der Liebling mit auf Reisen? Wenn ja, was ist zu beachten? Wenn nein, gibt es zuhause einen geeigneten Betreuer?“ Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Sind alle Tiere im Reisefieber?

Hunde sind gesellig und wollen immer und überall dabei sein. Katzen lieben ihr Revier. Das kann aber auch die eigene Ferienwohnung in der Toskana sein. Auf Reisen nichts verloren haben Kaninchen, Wellensittich & Co. Sie vertragen weder Hitze noch Temperaturschwankungen. Der Ortswechsel bedeutet Stress pur.

Wann sollte die Reisevorbereitung beginnen? Und was gehört dazu?

So früh wie möglich, spätestens aber bei der Reisebuchung. Manche Hotels, Ferienwohnungen oder Campingplätze verbannen die Vierbeiner. Führt die Tour in ein EU-Land, sind EU-Heimtierausweis, eine gültige Tollwutimpfung und die Kennzeichnung mit Mikrochip oder mit einer vor dem 3. Juli 2011 erfolgten Tätowierung Pflicht. Länder außerhalb der EU verlangen oft zusätzliche Impfungen, einige sogar eine Quarantäne.

Weil auch Hund und Katze hitzeempfindlich sind, sollte der Ferienstart in den kühlen Morgen- oder späten Abendstunden erfolgen.

Wohin mit den Daheimgebliebenen?

Für den Fall, dass Freunde, Verwandte oder Nachbarn keine Zeit haben, gibt es Tierpensionen und -sitter. Über die Aktion „Nimmst du mein Tier – nehm´ ich dein Tier“ des Deutschen Tierschutzbundes können sich Betroffene auch untereinander helfen. In jedem Fall gilt: rechtzeitig kümmern.

Wo fahren Hund und Katze am sichersten im Auto mit?
Große Hunde nehmen hinten im möglichst klimatisierten Auto Platz – in fest installierten Transportboxen aus Metall, in Kombis, Vans oder SUVs hinter stabilen Trenngittern oder gesichert mit Hundeanschnallgurt am Geschirr auf der Rückbank. Sitzt der Hund am Fenster, bleibt dieses geschlossen. Zugluft verursacht schnell eine Bindehautentzündung.

Katzen reisen behütet in geschlossenen Transportboxen, am besten fixiert im Fußraum zwischen Vorder- und Rücksitz. Werkstätten und Autohäuser beraten über die verschiedenen Transportmöglichkeiten und montieren sie auch.

Was steht auf dem Pausenplan?
Spätestens nach jeweils zwei Stunden brauchen die Vierbeiner Auslauf, regelmäßig ausreichend Wasser zum Trinken und auf längeren Touren kleine Portionen Futter. Keinesfalls dürfen die Tiere während der Pausen allein im Auto zurückgelassen werden.

Anders als Menschen können sie sich durch Schwitzen nicht abkühlen. Selbst im Schatten droht schnell ein Hitzeschlag. Erste Anzeichen bei Hunden dafür sind starkes Hecheln, tiefrote Zunge und ein glasiger Blick.

Was gehört ins Reisegepäck für die Vierbeiner?

An Bord gehören die Reiseapotheke, Wasser, Fertigfutter, Schlafdecke, Spielzeug, Näpfe, Kamm oder Bürste und die Unterlagen der Haftpflichtversicherung. Für den Fall des Ausbüchsens hilft ein Namensschild mit Heimat- und Urlaubsadresse an Halsband und Hundeleine.

Wo gibt es Informationen?

Der Deutsche Tierschutzbund, Fremdenverkehrsämter, Automobilclubs, Botschaften und Konsulate informieren über die Länderbestimmungen und geben Reise-Tipps.

Quelle: www.kfzgewerbe.de
Bild: MEV Verlag GmbH


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