Kaffee – Genuss oder Sucht?



14.03.2016

Auf Menge und körperliche Faktoren kommt es an


Manche trinken mehrere Tassen, anderen reicht ein kleiner Espresso. Kaffee gehört für viele Menschen als Muntermacher einfach dazu. Und tatsächlich kurbelt die „schwarze Brühe“ den Kreislauf an, gerade bei Menschen, die sonst wenig Kaffee trinken. Bei ihnen kann schon eine Tasse einen deutlichen Blutdruckanstieg bewirken. Der kann bis zu drei Stunden anhalten.

Statista zufolge, einem der weltweit größten Statistik-Portale im Internet, hat im Jahr 2014 jeder Deutsche im Durchschnitt 7,1 Kilogramm Rohkaffee konsumiert. Im Jahr 1960 waren es pro Kopf durchschnittlich 3,5 Kilogramm. Bei den einen weckt Kaffee die Lebensgeister, sorgt für gute Laune und hilft, das Tief am Nachmittag zu überstehen. Bei den anderen bringt er das Herz zum Rasen, reizt den Magen oder hält die Verdauung auf Trab. Woran liegt das? Über die Wirkung von Kaffee entscheiden nicht nur die Menge, sondern auch die körperlichen Faktoren jedes Einzelnen.

Mehr als 1.000 Inhaltsstoffe im Kaffee sorgen für unterschiedliche Wirkungen. Der bekannteste von ihnen ist Koffein. Das Alkaloid regt Herz und Kreislauf an, wobei die Wirkung circa zwanzig Minuten nach dem Kaffeegenuss einsetzt. Doch nicht alle Personen vertragen die anregende Wirkung. Als Durstlöscher sollte koffeinhaltiger Kaffee deshalb nicht dienen, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Bis zu vier Tassen pro Tag mit insgesamt 350 mg Koffein gelten als unbedenklich. Schwangere und Stillende sollten nicht mehr als drei Tassen täglich trinken.

Beim Menschen wirkt das Koffein auf Gehirn und Nervensystem ein. Etwa 30 bis 45 Minuten nach dem Genuss des koffeinhaltigen Getränks treten körperliche Veränderungen auf: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck und die Temperatur des Körpers steigen, Bronchien und Blutgefäße weiten sich und die Verdauung wird angeregt. Viele empfinden den „Rausch“ des Kaffees als angenehm, weil sie sich besser konzentrieren können und einen kreativen Schub bei ihrer Arbeit erleben.

Viele Kaffeetrinker fühlen sich „süchtig“, weil sie ohne Kaffee nicht wach werden oder das Müdigkeitsloch am Nachmittag kein Ende zu nehmen scheint. Für sie alle gibt es eine gute Nachricht: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Kaffee keine Droge, die Sucht erzeugt. Unbestritten ist jedoch, dass regelmäßiges Kaffeetrinken zu einer festen Gewohnheit werden kann. Der Körper merkt sich die positive Wirkung des Koffeins und verlangt immer wieder danach. Bleibt der „Stoff“ aus, rebelliert er. In dieser Hinsicht macht Kaffee zwar abhängig, jedoch nicht wirklich süchtig.

Die Gefahr, sich mit Kaffee zu vergiften ist ziemlich gering. Erst wenn man acht Tassen starken Kaffees schnell hintereinander trinkt, können die Symptome einer Vergiftung auftreten wie etwa Hör-, Seh- oder Herzrhythmusstörungen und Angstzustände. Doch kaum jemand würde so viel Kaffee auf einmal zu sich nehmen. Intuitiv verhalten sich die meisten Menschen richtig: Sie trinken den Kaffee über den Tag verteilt, sodass der Körper genug Zeit hat, das Koffein abzubauen.

Mehr Infos unter: www.ikk-classic.de/kaffee (In einem Video erfahren Interessierte von Fitness- und Ernährungsexperte Patric Heizmann mehr über des Deutschen liebstes Heißgetränk, den Kaffee.)

Quelle: IKK Classic
Bild: Pixabay


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