Sauber und sicher: Infektionen durch Kontaktlinsen vermeiden



10.10.2016

Kontaktlinsenträger müssen auf Hygiene und regelmäßige Kontrollen beim Fachmann achten, sonst wird die Freude am Tragen schnell getrübt. Dies bestätigen Forscher der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in Atlanta (USA) in einer aktuellen Studie.


Für gut drei Millionen Deutsche bieten Kontaktlinsen eine echte Alternative zur Brille. Doch bei unsachgemäßer Handhabung können sie Infektionen am Auge auslösen – mit zum Teil schweren Folgen. Die CDC, eine Gesundheitsbehörde in Atlanta, veröffentlichte hierzu Ergebnisse einer Erhebung im „Morbidity and Mortality Weekly Report“.

Die Studie und ihre Ergebnisse

Schätzungsweise 41 Millionen Amerikaner tragen Kontaktlinsen. Diese fallen als Medizinprodukte in die Zuständigkeit der Food and Drug Administration (FDA). Ungünstige Ereignisse im Zusammenhang mit Kontaktlinsen werden an die Medical Device Report (MDR) Datenbank der FDA gesendet. Zwischen 2005 und 2015 wurden hierüber 1.075 Fälle von Hornhautinfektionen, zurückzuführen auf den Gebrauch von Kontaktlinsen, gemeldet. Etwa 20 Prozent dieser Fälle beschreiben Patienten mit Augenschädigungen.

Etwa 25 Prozent der Fälle betreffen Faktoren im Umgang mit Kontaktlinsen, die zu einer Infektion geführt haben können, wie das Schlafen mit Kontaktlinsen oder zu langes Tragen. Ein Großteil der Probleme stand im Zusammenhang mit weichen Kontaktlinsen. 12,1 Prozent der Berichte beschrieben das Aufsuchen einer Notfallambulanz. Bei 19,8 Prozent traten schwerwiegendere Augenschäden bis zur Hornhauttransplantation auf.

Nicht repräsentativ, aber informativ
Das MDR-Datenbankprogramm dient dazu, Risiken beim Kontaktlinsentragen zu minimieren, indem Patienten, Augenärzte, Kontaktlinsenanpasser oder -hersteller Probleme mit Kontaktlinsen melden. Die aktuellen Ergebnisse sind eine Analyse der 1.075 Reports an die MDR-Datenbank, die die Begriffe „ulcer“ oder „keratitis“ enthielten.

Ein MDR-Report enthält standardisierte Codes für bestimmte Probleme sowie eine freie Beschreibung durch den Absender. Die Herausgeber der Studie stellen jedoch klar, dass es sich bei den Reports um ein passives System handelt, das potenziell unvollständige, unverifizierte oder subjektive Informationen enthält. Auch Doppelungen können auftreten. Darüber hinaus seien Patienten, die häufiger oder schwerwiegendere Probleme haben, eher gewillt, diese zu berichten. Letztlich stellt die Datenbank daher keine repräsentative Umfrage dar und ist nicht allein in der Lage, das Auftreten oder die Verbreitung von kontaktlinsenbezogenen Infektionen darzustellen.

Über Hygiene und richtigen Umgang informieren

Dass eine unsachgemäße Handhabung von Kontaktlinsen zu teils schweren Infektionen führen kann, ist aber auch hierzulande hinlänglich bekannt. Kontaktlinsen sind erklärungs- und pflegebedürftig und sollten deshalb ausschließlich von einem erfahrenen Augenoptiker/Optometristen oder Augenarzt angepasst werden.

Wer diese wichtigen Regeln beherzigt, ist mit seinen Kontaktlinsen auf der sicheren Seite:

1. Kontaktlinsen immer nur so lange tragen wie vorgesehen. Das betrifft das Austauschintervall, aber auch die tägliche Tragedauer.

2. Sollte man eine Linse herausnehmen müssen oder fällt sie aus dem Auge, erst desinfizieren. Immer die Hände gründlich waschen. Die Linsen nur mit dem passenden Pflegemittel nach Anweisung reinigen und desinfizieren (ausgenommen Tageslinsen). Kein Leitungswasser verwenden.

3. Niemals Kontaktlinsen ohne fachmännische Anpassung und Beratung kaufen.

4. Immer eine Ersatzbrille dabeihaben.

5. Nicht mit Kontaktlinsen schwimmen oder schlafen – es sei denn, die Linsen sind vom Anpasser dafür vorgesehen.

Träger von weichen Kontaktlinsen sollten darüber hinaus halbjährlich, Träger von formstabilen Linsen jährlich einen Spezialisten aufsuchen. Das gilt auch für Tageslinsen, die man nicht reinigen muss und nach einmaligem Gebrauch entsorgt. Da sich das gesunde Auge ständig verändert, kann auch eine gut angepasste Kontaktlinse nach einiger Zeit zu einer verminderten Sehschärfe oder einem schlechteren Tragekomfort führen. Der Augenoptiker/Optometrist kann feststellen, ob die Kontaktlinse weiterhin optimal sitzt, gegebenenfalls Tipps zur Pflege geben und Alternativprodukte empfehlen.

Quelle: www.zva.de
Bild: MEV Verlag GmbH


Für Betriebe: #einfachmachen