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Farbenfrisch den ganzen Sommer!



18.07.2016

Butterblumengelb, warme Rosé- und Pfirsichtöne. Das sind einige der Trendnuancen des Sommers 2016!


Als Modeinteressierte hat sich unsere Leserin Jessica Holona aus Borken spontan ein Kleid in einer der angesagten Farben gekauft. Die Pflege des Kleidungsstücks bereitet der Verbraucherin allerdings großes Kopfzerbrechen. Denn schon in der Vergangenheit haben ihre farbintensiven Textilien nach dem Waschen in der Haushaltsmaschine ihre Ausdruckskraft eingebüßt: sie wirken jetzt matt und fade. Das möchte Frau Holona in Zukunft unbedingt verhindern und wollte wissen: Was kann ich tun, damit mein neues Sommerkleid seine strahlende Farbe behält?

Wir sprachen mit Peter Schwarz, Textilreinigermeister und Sachverständiger für Textilreinigung.

Herr Schwarz, verlieren Kleidungsstücke bei der Wäsche ihre Farbe?
Peter Schwarz
: Dass Kleidung ihre Farbe beim Waschen spontan verliert, ist selten der Fall. Bei einer Wäsche in der Haushaltsmaschine kommt es jedoch häufig vor, dass die Farben an Leuchtkraft, sprich Farbtiefe, verlieren. Verbraucher waschen Textilien in der heimischen Waschmaschine in der Regel mit Standardprogrammen. Da Wasser und Waschmittel die Fasern aufquellen lassen, verändert sich in Verbindung mit der Waschmechanik die Struktur des Stoffes. Sie raut auf. Wir Experten sprechen dann von einer Faser-Fibrillierung.

In jedem Fall ist das Ergebnis unsachgemäßer Wäsche eine Faserschädigung mit der Folge, dass die aufgerauten, abstehenden Faserhärchen keine gleichmäßige, glatte Oberflächenstruktur mehr bilden. Das wiederum führt zu einer veränderten Lichtstreuung. Die Farben wirken dadurch ausgewaschen, verblichen oder matt. Buchstäblich bei Licht betrachtet, sehen wir dann einen leichten, weißen Schimmer auf der Oberfläche. Der Fachbegriff dafür heißt Moosigkeit. Es handelt sich also mehr oder weniger um eine optische Täuschung.

Wie erhalten Textilreiniger/innen die Farbtiefe?
Peter Schwarz
: In der professionellen Textilreinigung wird einer Faser-Fibrillierung vorgebeugt, damit die Farbtiefe erhalten bleibt. Auch Textilpflegeprofis waschen, allerdings material- und farbgerecht in der so genannten Nassreinigung. Das international anerkannte Wet-Clean-Verfahren ist eine umweltgeprüfte und energieeffiziente Methode: Mit Hilfe professioneller Hochleistungswaschmaschinen und speziell darauf abgestimmten Trocknern können Profis selbst empfindliche Obergarderobe pflegen.

Der Reinigungsprozess wird genau auf die Warenart abgestimmt, die Trocknung exakt feuchtigkeitsgesteuert. Daher ist dieses Verfahren schonend bis in die tiefsten Fasern. Als Alternative für alle nicht waschbaren Textilien gibt es die altbewährte ‚Trockenreinigung‘. Bei der klassischen Reinigung im Lösemittel bleibt die Farbbrillanz ganz sicher erhalten.

Lässt sich die Farbbrillanz wiederherstellen?
Peter Schwarz
: Oft leider nicht vollumfänglich, da die Faseraufrauhung in den meisten Fällen selbst nach zwei oder drei Wäschen schon zu groß ist. Damit die Farbbrillanz erhalten bleibt, rate ich Verbrauchern, ihre neue Kleidung von vornherein im Fachbetrieb pflegen zu lassen und nicht mit der heimischen Waschmaschine zu experimentieren.

Textilreiniger/innen besitzen eine fundierte Ausbildung und stimmen das Pflegeverfahren exakt auf das Material und die Verarbeitung des jeweiligen Kleidungsstücks ab. Dabei orientieren sie sich in erster Linie an der Pflegekennzeichnung. Die international anerkannten Symbole sind verbindlich für eine sachgemäße Pflege. Den Profis im Fachbetrieb stehen darüber hinaus umweltsichere Technik sowie Wasch- und Reinigungsmittel zur Verfügung. Diese sind mit herkömmlichen Haushaltsmethoden nicht vergleichbar.

Quelle: www.reinigen-lassen.com
Bild: MEV Verlag GmbH