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Gute Vorsätze zum Jahreswechsel



04.01.2016

Diese Tipps helfen beim Durchhalten


Gute Vorsätze sollen gut tun. Meist halten sie aber nur kurz und nach ersten Erfolgen schleichen sich die alten Gewohnheiten schnell wieder ein. Was bleibt ist das schlechte Gewissen. Das muss nicht sein – mit einigen Tricks kann es klappen.

Stress abbauen, mehr Zeit für Familie und Freunde haben, mehr Sport treiben, fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag essen, abnehmen und das Rauchen aufgeben: Wer kennt sie nicht, die guten Vorsätze, die man jedes Jahr wieder aufs Neue fasst. Doch oft haben uns die alten Gewohnheiten und Verhaltensweisen schon in der zweiten Januar-Hälfte immer noch – oder vielleicht sogar schon wieder – fest im Griff. Die Bratwurst im Brötchen war doch wieder einmal der schnellere Mittags-Snack als der frische Salatteller, in der Jackentasche steckt doch wieder ein Päckchen Zigaretten für den wohlverdienten Feierabend und man sitzt wieder wie gewohnt mit einer Tüte Chips vor dem Fernseher, während die Sportschuhe ungenutzt in der Ecke stehen. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht, weiß Dr. Christian Benz, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Wuppertal: „Was man sich einmal angewöhnt hat, kann man sich auch wieder abgewöhnen – vorausgesetzt die Strategie stimmt“.

Wichtig dabei: Sich lieber wenige, dafür aber erreichbare Ziele setzen. Und sich nicht zu viel auf einmal vornehmen. Sonst riskiert man, sich mit den Vorsätzen zu sehr unter Druck zu setzen. Benz erklärt: „Der Mediziner und Stressforscher Hans Seyle definierte Stress einst so: Wer ständig das Gefühl hat, etwas können zu müssen, aber gleichzeitig das Gefühl hat, es eigentlich gar nicht zu können, erzeugt damit eine Art von Stress, die vermittelt, immer der Verlierer zu sein“.

Wer also mit dem Rauchen aufhören, gleichzeitig keine Süßigkeiten mehr anrühren und jeden Tag ins Fitness-Studio gehen will, läuft Gefahr, sich zu verzetteln und ist dann schnell frustriert. „Stattdessen ist es sinnvoller, sich auf einen Vorsatz zu konzentrieren – dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, durchzuhalten“, sagt Dr. Benz. Außerdem sollte das Vorhaben realistisch sein und in kleinen, überschaubaren Etappen umgesetzt werden. Das schützt vor Frust und beschert Erfolgserlebnisse. So ist der Vorsatz „ab morgen gar keine Schokolade mehr zu essen“ eher zum Scheitern verurteilt, als wenn man sich vornimmt, nach und nach die Menge zu reduzieren. Und wer bislang Turnschuhe nur zum legeren Freizeit-Outfit getragen hat, wird in den nächsten zwei Monaten mit Sicherheit nicht zum Marathonläufer.

Auch ein konkreter Terminplan kann helfen, Gewohnheiten erfolgreich zu verändern: „Montags und Donnerstags geh ich ins Fitness-Studio bringt mehr als sich vage vorzunehmen mehr Sport zu machen“, erklärt der Experte. Um richtig motiviert zu sein, kann man sich ein Motto suchen, das nicht auf Verzicht ausgelegt ist, wie etwa: „Ich will wieder frei atmen können und gleichzeitig Geld für schöne Dinge sparen“ anstelle von „Ich rauche nicht mehr.“ Zusätzlicher Motivations- und Durchhaltefaktor: Kollegen, Freunde und die Familie in das Vorhaben einweihen. Vielen Menschen fällt es leichter, sich zu überwinden, wenn sie sich vor anderen beweisen müssen.

Vorsätze und deren erfolgreiche Umsetzung sind aber immer auch eine Frage des Typs und der Vorlieben. Mehr Sport treiben ist gut und schön. Aber warum sollten Sie sich vornehmen, regelmäßig mit Freunden joggen zu gehen, wenn Sie nichts schrecklicher finden, als zu laufen, stattdessen aber gerne schwimmen oder Radfahren? Und niemand zwingt Sie, sich zum Abnehmen einer Rohkost-Diät zu unterziehen, wenn Sie davon nur schlechte Laune bekommen. Es gibt immer mehrere Wege, um an ein Ziel zu kommen. Achten Sie darauf, für die Umsetzung Ihres Vorsatzes einen Weg einzuschlagen, der wirklich gut zu Ihnen passt.

Dann bleibt noch die Frage des richtigen Zeitpunkts. Ist es bei Eis und Schnee wirklich sinnvoll mit dem Joggen anzufangen? Wer sich bei seinem Vorsatz mehr quält, als dass er Freude daran verspürt, dem fällt es schwer, diszipliniert und konsequent zu sein.

Außerdem soll man nicht vergessen, sich bei Erfolgen selbst zu belohnen. Und zwar nicht erst dann, wenn das große Ziel erreicht ist. Schon bei wichtigen Zwischenetappen darf man sich etwas Gutes gönnen. Wer es eine Woche ohne Nikotin geschafft hat, kann sich von dem Ersparten zum Beispiel eine schöne CD kaufen. Und wer zweimal in der Woche sportlich aktiv war, belohnt sich vielleicht mit einem Sauna-Besuch. Dieses kleine Belohnungssystem macht die eigenen Fortschritte bewusst und hält die Motivation hoch.

Was aber tun, wenn man trotzdem scheitert? Dr. Christian Benz empfiehlt Gelassenheit: „Nicht gleich beim ersten Rückschlag aufgeben, sondern lieber einfach noch mal neu anfangen mit dem Aufhören!“

Quelle: IKK Classic
Bild: MEV Verlag GmbH